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Der Patron ist auf Reisen gegangen

Schaffhausen verliert einen seiner grössten Sportförderer. Aniello Fontana ist am Sonntagabend 20.01.2019 verstorben. Vielen Dank, Aniello, für alles, was du für die Region Schaffhausen gemacht hast. Alle, die sich von Aniello Fontana verabschieden möchten, sind herzlich zur öffentlichem Abdankung am Mittwoch, 30. Januar 2019 um 13:30 Uhr im Münster Schaffhausen eingeladen.

Über 27 Jahre lang ist er die prägende Figur beim FC Schaffhausen. Nun hat Verwaltungsratspräsident Aniello Fontana den schweren Kampf gegen seine Krankheit verloren und ist am Sonntagabend im Alter von 71 Jahren verschieden.

Nachruf vom FC Schaffhausen

In den letzten Wochen und Monaten sah sich Aniello Fontana immer wieder gezwungen, seine heimtückische Tumorerkrankung stationär im Kantonsspital Schaffhausen behandeln zu lassen. Ging es ihm den Umständen entsprechend gut, verweilte er entweder in seinem Zuhause in Neunkirch oder in seinem erschaffenen Denkmal, dem LIPO Park Schaffhausen, das Prunkstück für den FC Schaffhausen. "Irgendwann werde ich nicht mehr hier sein, aber dem Verein und den Fans möchte ich mit dem Stadion etwas Nachhaltiges hinterlassen, damit der FC Schaffhausen auch in Zukunft eine attraktive Adresse im Schweizer Fussball ist", erklärte Aniello, als er den Durchbruch schaffte und der Spatenstich zum neuen Stadion im Herblingertal im August 2015 realisiert wurde. Seine Vision wurde Tatsache, nachdem er und seine Vertrauen jahrelang um eine neue Heimstätte für den Stadtclub Nummer 1 kämpfte.

Teils blies ihm rauer Wind entgegen, doch der nahm diese Hürde an und meisterte sämtliche Hindernisse mit Bravour und Souveränität. Im Februar 2017 war Aniello mitten in der Eröffnungszeremonie dabei, als der LIPO Park - mit dem 2:1-Rivalensieg gegen den FC Winterthur vor fast 8000 Zuschauern - eine erfolgreiche Premiere feierte. "Dass ich das noch erleben darf, bedeutet mir so viel", strahlte der Patron damals über beide Ohren. Nicht nur die packenden Derbies, sondern einige Highlights mehr sah Fontana von seiner Lounge aus: Der furiose Saisonstart 2017/18 mit sechs Siegen in Folge unter der Trainerikone Murat Yakin, die äusserst erfolgreichen Länderspiele der Frauen-Nationalmannschaft gegen Weissrussland, Schottland und Europameister Holland und natürlich der Cupknüller gegen den amitierenden Schweizer Meister BSC Young Boys aus Bern zierten sein persönliches Palmarès.


FCS aus eigener Tasche saniert

Aniello Fontana machte keinen Hehl daraus, den Verein einem seriösen Investor zu verkaufen. Leider reichte ihm die Zeit nicht mehr, um dies ebenfalls zu bewerkstelligen. Dies sah 1991 noch ganz anders aus, als er den ehemaligen Präsidenten John Kaiser ablöste und sich einem gewaltigen Schuldenberg gegenüber konfrontiert sah. Doch mit unermüdlicher Arbeit und dem Einfliessen von unzähligen Beträgen in insgesamt zweistelliger Millionenhöhe schaffte es Fontana, dass der FC Schaffhausen nie von der Bildfläche des Schweizer Profifussballs verschwand. Mit Heinz Bigler schafften es die Gelb-Schwarzen 1994 in den Schweizer Cupfinal, unter Trainer Jürgen Seeberger gelang dem FCS 2003 gar der Aufstieg in die neue Super League, dies für insgesamt drei Spielzeiten.

Und unter Maurizio Jacobacci fanden die Munotstädter den schnellstmöglichen Weg zurück in die Challenge League, nachdem sie 2011 in die 1. Liga abstiegen, und kratzten 2013/14 erneut an der Türe zur höchsten Liga. Auch heuer gilt der FC Schaffhausen als einer der Aufstiegsanwärter, was nicht zuletzt auch der Verdienst von Aniello Fontana ist. "Was ich mir noch wünschen würde? Gerne möchte ich im Stadion ein Livekonzert erleben", schwälgte der gebürtige Italiener, der im Alter von 9 Jahren in die Schweiz kam und sich 1980 als Immobilienmakler selbständig machte, in seinen Träumen. Doch dieser letzte Traum blieb ihm nun leider verwehrt. Dennoch darf jede Person, die sich gegenüber dem FC Schaffhausen sympathisiert, stolz auf all das sein, was Aniello Fontana in den über 27 Jahren auf die Beine gestellt hat.


Prägende Figur im Schweizer Fussball

Nicht nur für den FC Schaffhausen hat Fontana vieles geschaffen. Ebenso hat er die Interessen im Komitee der Swiss Football League vertreten und war Delegierter der Schweizer Junioren-Nationalmannschaften. Dank seiner Leidenschaft prägte er den Schweizer Fussball immens, sodass Spieler und Trainer mit klingenden Namen immer wieder den Weg in die Nordostschweiz fanden. Nicht des Gehaltes wegen, sondern vor allem auch aus Prestigegründen, aus Verbundenheit oder Freundschaft.

Aniello Fontana wird zweifelsohne eine riesige Lücke hinterlassen, die nur schwer wieder zu füllen ist. Aniello hinterlässt nebst seiner Frau Agnes seine drei erwachsenen Kinder Andrea, Diana und Fabio und neun Enkel.

Im Namen des FC Schaffhausen kondolieren wir aus tiefstem Herzen und wünschen allen Angehörigen, Freunden und Bekannten viel Kraft und Energie in diesen schweren Tagen. Der Verein wird in den kommenden Tagen betreffend der Trauerfeier kommunizieren.



Ansprache Regierungsrat Christian Amsler an der Trauerfeier von Aniello Fontana

Aniello Fontana war immer dann am glücklichsten, wenn andere glücklich waren. Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich.

 

Wir vermissen den grossen Schaffhauser Sportförderer Aniello Fontana schmerzlich.


Ein grosser Macher und herzensguter Familienmensch ist nicht mehr und hat leider seinen langen Kampf gegen die schwere Krankheit verloren.

 

 

Im Namen des Schaffhauser Regierungsrates kondoliere ich seiner Frau Agnes und seinen drei erwachsenen Kindern Andrea, Diana und Fabio und ihren Partnern mit der stattlichen Enkelschar herzlich. Ich wünsche seinen Angehörigen aber auch dem FC Schaffhausen viel Kraft und Energie in diesen schweren Stunden.

Nicht nur als langjähriger Patron und Förderer des FC Schaffhausen hat Aniello Fontana Grosses geschaffen.

Der eindrückliche LIPO Park ist sein Lebenswerk, sein persönliches und bauliches Vermächtnis. Es hat ihn zu Recht mit Stolz und Genugtuung erfüllt, dass man mit den Partnern Methabau und der WIR-Bank dieses Schaffhauser Vorzeige-Projekt mit nationaler Ausstrahlung hat realisieren können. Gut 8'000 Sitzplätze, Kunstrasen mit Bodenheizung, 13'000 Quadratmeter Nutzfläche, eine Solaranlage mit Strom für 250 Haushalte, 60 Millionen Franken Gesamtinvestition, davon 16 Millionen fürs Stadion.

 

Immer wieder hat er auch engagiert die regionalen Interessen und den Namen Schaffhausen ins Land hineingetragen. Er war einsatzfreudiges Mitglied im Komitee der Swiss Football League und war Delegierter der Schweizer Junioren-Nationalmannschaften.

 

Als Bildungs- und Sportminister freut mich etwas ganz besonders: Der Nachwuchsfussball, also die Kinder und Jugendlichen lagen ihm ganz speziell am Herzen, und sicherlich darf der Verstorbene generell als grosser Förderer des Schaffhauser Fussballs bezeichnet werden.

Meine zahlreichen persönlichen Begegnungen mit diesem Menschen mit grossem Herzen waren stets herzlich, vertrauensvoll und von gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Aniello Fontana wird eine nur schwer zu schliessende Lücke hinterlassen, und trotzdem muss das Leben ja auch ohne ihn weitergehen.
Dies ist ihm ganz sicherlich selber Herzensanliegen!

Von der grossen Mystikerin des 13. Jahrhunderts, Katharina von Siena, hat sich Aniello Fontana den Sinnspruch entliehen für die Gedenktafel, die er beim Eingang des Lipo-Parks anbringen liess: «Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.»

 

Und der berühmte Urwalddoktor Albert Schweizer, der wegen seinem Schaffhausen Bezug dort hinten als Bronze-Skulptur heute auch bei uns im Münster ist, hat gerade für Menschen, - die nicht wie Aniello mit einem positiven Grundgefühl des Glücks gesegnet waren, folgendes gesagt: „Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind.“

 

Danke für deinen riesigen Einsatz für den Schaffhauser Sport, lieber Aniello!

 

Aniello Fontana möchte, dass das Leben weitergeht und dass wir glücklich sind. Dieser Wunsch des grossen Schaffhauser Sohnes ist für uns alle Verpflichtung und Ansporn uns weiterhin auf den Weg zu begeben und dankbar, zufrieden und ......glücklich zu sein.

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